Tutorial: Der 30 Minuten Leder-Gürtel

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    • Tutorial: Der 30 Minuten Leder-Gürtel

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      Moin,

      jede Gewandung braucht 1-3 Gürtel. Und die können gut ins Geld gehen.
      Daher einfach ein kleines Tutorial zum Selber machen.

      Ich werde zu „meinem“ Werkzeug auch immer versuchen die Low Budget Version zu nennen. Wer dann auf den Geschmack gekommen ist, wird eh aufrüsten wollen
      Bezugsquellen kann ich gerne per PM nennen. So bleiben wir hier nen bißchen Werbefrei.

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      Zuerst, das wichtigste. Der Riemen. Ich kaufe fertige Riemen. Das selber schneiden lohnt sich meistens nicht.

      Stärke 2-3mm (je breiter der Gürtel umso stärker der Riemen) und vegetable gegerbte Volllederriemen.
      Wichtig ist der Zusatz Gürtel oder Riemenleder.
      Das heißt (hoffentlich) dass der Riemen Reißfest und wenig dehnbar ist, sprich generell als Gürtel taugt.

      Ich kaufe nicht gefärbte Riemen (da ich noch punziere und dann selber färbe).
      Allerdings ist im Netz defakto jede Farbe auch als fertiger Riemen zu finden. Und es spricht nichts dagegen fertige bunte Riemen zu kaufen.

      Bei „Nicht Braun“ bitte besonders hinschauen. Da gibt es oft Lack oder andere Lederversionen die nicht unbedingt schick sind.


      Die Breite hängt von euren „Metallteilen“ ab. Und die Länge könnt ihr entweder anhand eines alten Gürtels bestimmen oder mithilfe eines Maßbandes (das wie den zukünftigen Gürtel um die Hüfte wickeln und Länge nehmen).

      Wichtig: Nochmal ca. 10cm addieren. Hier als Reserve und ggf. für die Montage.
      Klassische Gürtelschnallen als Beispiel. Da wird das Leder ja einmal umgeschlagen. Und dafür gehen je nach größe schon 5 und mehr Zentimeter drauf.
      In unserem Beispiel hätte ich die 10cm nicht gebraucht, da ich das Leder glatt wie es war nutzen konnte.

      Spartipp: Ab einer Länge von ca. 130cm wird’s teurer. Manchmal lohnt es sich zu stückeln und kann je nach Art auch recht schick aussehen (Ringe als Riementeiler, oder generell eine "Stückeloptik")

      Spartipp 2: Scheut nicht B-Ware zu nehmen. Diese Leder haben meistens Narben, Macken, keine richtig glatte Überfläche, etc.
      Ich finde dieses Leder meist schicker als total glatt. Es hat einfach schon Charakter.

      Ein Riemen kostet ca. 10-20€ je nach Länge, Stärke, Qualität, etc.

      Als erster Arbeitsschritt wird der Gürtel auf die richtige Länge gebracht.
      Um Leder zu schneiden reicht ein scharfes Teppich Messer und für kleinere Sachen ein Skalpell oder Bastel Messer.
      Selbst verschließende Schneid Unterlagen gibt es für kleines Geld und lohnen für vielerlei Bastelei.
      Sonst reicht auch ein Holzbrett.

      Als nächstes kommen die „technischen Löcher“. Diese sind abhängig von euren Metallteilen.
      In unserem Beispiel sind es moderne Replikas. Diese werden mit Hohlnieten befestigt
      (Einfach die Teile an die gewünschten Stelle drücken. Die abdrücke der Nieten im Leder zeigt, wo die Löcher hin müssen).

      Sonst fallen, Langlöcher, usw. unter diesen Arbeitsschritt.

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      Das auf den Bildern sind günstige Repliken. Diese werden mit Hohlnieten befestigt. Das Können hierfür bedeutet mit nem Hammer unfallfrei zu treffen.

      (Kostenpunkt zusammen: 14€)

      Manche Teile werden mit dem Leder vernäht oder mit Vollmetall Nieten befestigt. Hier ist schon ein bißchen mehr Erfahrung von Nöten.

      Spartipp: Leder kann gebohrt werden. Wer also keine Lochzange zu Hause hat, kann auch den Akkubohrer nutzen.

      Als nächstes breche ich die Kanten. Am einfachsten geht es mit so einem Kantenbrecher (Kantenrunder/Kantenzieher).
      Die gibt es in verschiedenen Größen. Ich habe eine mittlere Größe und die ist eigentlich schon fast universell.

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      Das Kantenbrechen lässt das ganze edler aussehen. Einfach glatt geschnittenes Leder sieht nach einiger Benutzung immer geknautscht und deformiert aus.
      Gerundete Kanten dagegen sind schon eine ordentliche Aufwertung.

      Das Werkzeug kostet 10€ aufwärts. Und leider Alternativlos.
      Mit nem Messer geht es auch, doch es wird bei weitem nicht so gleichmäßig.

      Dieser Arbeitsschritt erfolgt an allen Kanten. Vorder- und Rückseite.

      Weil ich irgendwie auf schöne Rundungen beim Leder stehe, gibt es als nächstes die erste Runde mit dem Kantenpolierer (das runde weiße Teil auf dem ersten Bild).
      Ich habe einen aus Nylon.
      Aber es gibt sie auch aus Holz. Kostenpunkt 3-5€.

      Der glättet die Kante und formt sie wirklich zu einer Rundung. Das polieren ist wörtlich zu nehmen. Ruhig mit etwas Druck über die Kanten „rubbeln“.

      Im Vergleich sieht man schon den Unterschied.

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      Nun fette/öle ich das Lederstück einmal ordentlich.
      Merke tüchtig: Dadurch wird es ein Stück dunkler. Hierfür reicht normales „Schuhputzeug“ in farblos oder passend zur Lederfarbe.

      Hier die Kanten nicht vergessen. Und wer Lust hat, kann den Kantenpolierer nochmal nutzen. Die Kanten werden es einem danken.

      Wenn das Mittel ein wenig eingezogen ist/ angetrocknet, tun wir es Karate Kid gleich. Wir haben aufgetragen und polieren nun.
      Hierfür ein weiches Tuch nehmen und das komplette Werkstück ordentlich polieren. Das Leder fängt dann an zu glänzen und die Gefahr, das man sich mit überschüssigem Zeug die Klotten versaut ist gebannt.

      Hiervon habe ich gerade keine Bilder, da ich den Gürtel, wie schon gesagt, noch punziere und färbe.

      Nun folgt der Zusammenbau. In diesem Beispiel eben mit den Hohlnieten. Einfach auf eine feste Unterlage, ein Stück Leder zum Schutz und einen Nietstift oder einen anderen Metallstab in der ungefähren Größe der Niete.
      Bolzen oder M8 M10 Schrauben sind günstige Alternativen.

      Mein "Nietwerkzeug" (der runde Metallstab vom ersten Foto) hat im Set mit nem Ösenwerkzeug und diversem anderen Zeug insgesamt nen 10er gekostet. Und tut seinen Dienst seit Jahren.

      Da nach dem Zusammenbau die Niete hinten liegt und nicht mehr gesehen wird, ist die Optik eben dieser auch nachrangig.

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      Dieses Tutorial ist natürlich recht dankbar. Ich habe fertige Normteile genutzt. Brauchte also quasi nur zusammenbauen.
      Es waren keine "komplizierten" Schritte nötig, wie falzen, ausdünnen, schleifen, etc.

      Aber es zeigt, das man für knapp 25€ und gut 30cm Zeit einen ziemlich geilen Gürtel selber bauen kann. Und das war mir eigentlich das wichtige.

      Wenn solche Turorials hier gut ankommen, würde ich als nächstes eines zum punzieren tippern.

      Christian
      Lichtruck?
      Nie von ihr gehört.
      :saint: