Tims Bastelblog

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    • Tims Bastelblog

      Moin, ich wollte auch mal Bastelcontent machen. Ich werde den obigen Post vor allem nutzen und neue Sachen hier oben reinhängen.

      "Onkel Iro" - Kachuana Ritter
      Ich habe zur Zeit wenig Kraft und Energie für den Silberfurt, der sehr viel Typ2 Spaß ist. Aktuell will ich was anderes spielen. Ich habe über einen anderen Ritter nachgedacht (Einfach weil ich Ritterspiel dolle mag), hier fürchtete ich aber Verwechslung. Ich glaube selbst wenn ich grün-gelb anziehe und HoMi Sachen, werden Leute denken, ach der Herr von Silberfurt. Einfach weil "Tim in historischen Klamotten". Selbst mein Knecht wurde ja mal für den Herrn Ritter gehalten - was sicher daran liegt, dass ich meistens den gleichen Charakter auf Mythodea spiele.
      Daher habe ich eine alte Idee ausgegraben, einen Kachuanesischen Bushi sprich Samurai (wir sagen aber Bushi, weil "Samurai" soviel Bedeutungsdruck hat) und einen absichtlich lebensfrohen und optimistischen und vielleicht auch etwas unernsten Charakter.

      Kimono oder Kosode - Hauptsache Thailand!
      Die Oberbekleidung ist etwas neues für mich. Ich habe die letzten 19 Jahre viel europäische Mode genäht, zwar hat ein Magier arabische Kaftane getragen, aber alle anderen sind Cotte, Bruche, Beinlinge, Schamlatzhose, Wams, Schecke etc. Ich kann eine Bundhaube in unter einer Stunde von Hand nähen und mittlerweile habe ich 16 Ikea Kisten voll mit LARP Kram.
      Und da ich mal Team "Historische Schnittmuster aus pflanzengefärbten Stoffen mit Handnähten" war - und manche der Sachen immer noch trage, gehe ich hier ähnlich dran.
      Es gibt Kimono Schnittmuster, aber eigentlich wird - wenn ich die Dutzend Wikiartikel, Reenactment Foren und Kostüm Enzyklopädien - eher ein Kosode getragen - so man vor 19. Jhd. als Inspiration nimmt. Das sieht erstmal bemerkenswert ähnlich aus, aber die Details machen den Unterschied. Generell ist die Evolution der japanischen Mode in knapp 1000 Jahren bemerkenswert unaufgeregt und eher Dinge wie Gürtelarten, Farben und Stoffe machen den Unterschied zwischen 13. und 18. Jhd. aus...

      Da ich die Sachen vor allem für das Conquest mache, nehme ich ein drittes Kleidungsstück, der Yukata. Ein ungefütterter Sommergambesons der gerne als Schlafanzug, Sommerkleidung oder Hausbekleidung getragen wird. Vor allem ist er ungefüttert und damit für das Conquest ideal.
      Dementsprechend habe ich mir dünne Baumwolle mit Druck geholt, absichtlich in bunt (Hashtag "Optimistisch"). Eigentlich sind für adelige Männerkleidung dunkle Seidenstoffe üblich. Aber erstens ist mir das für einen Oneshot etwas zu teuer und ich fürchte auch für das Conquest nicht robust genug was Schweiß und co angeht.
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      Das hier ist die Momentane Stoffauswahl für das Projekt, dunkelblaues Leinen, gestreiftes Leinen (Ikea), Orangenes Leinen, Baumwolle mit kleinen Spiralmustern und zwei schlimm bunte Japanische Stoffe mit Koi Karpfen aus Baumwolle.

      Das hier ist ein kolloriertes Bild aus dem 19. Jhd. nachdem Japan durch die US-Navy 1853 gezwungen wurde, Ausländer in das Land zu lassen. Zuvor waren 200 Jahre lang Missionare, Händler oder Ausländer auf eine einzige Insel beschränkt und wurden auch hingerichtet, wenn sie gegen diese Isolation brachen. Man sieht den Kosode (braun), die gestreifte Hose (Hakama) und die Überjacke mit den Wappensymbolen.

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      Ein weiteres Bild - und was ich sogar noch geiler finde: Ein Samurai mit einem Schüler oder andersartigen Begleiter. Nicht nachkoloriert, aber ich finde es ein extrem stimmiges Bild. Er trägt die gleiche Hose wie oben - ist aber etwas schlampiger gekleidet, der Knoten der Oberjacke sitzt schief und die Waffen sind nicht in der Hand gehalten sondern in den Gürtel geklemmt. Auch die Hose ist im Gegensatz zu oben hochgebunden und mit Wadenwickeln umschlungen um den Stoff aus dem Dreck zu halten.
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      Wichtig ist:
      • Länge der Ärmel ist variabel, aber weiter Handumfang.
      • Oberjacke hat einen Kragen, dieser wird nach außen geklappt
      • Kosode hat einen Kragen, dieser wird aufgestellt und liegt am Hals an
      • Es gibt ein "Unterhemd mit engen Ärmeln, was AUCH einen Kragen hat
      • Die Jacke wird mit einem Band auf der Brust gehalten
      • Kosode wird überschlagend vorne geschlossen

      Dementsprechend - und weil sich so gut wie alle Oberbekleidungen für Männer diese Kriterien teilen, ist es eigentlich egal ob ich ein Kimono oder ein Kosode oder ein Yukata nähe, alle erfüllen diese Kriterien und so man nicht Kostümkundler ist, wird man mit diesen Kriterien eine "japanische Optik" hinkriegen.

      Es gibt Kosode Schnittmuster, ich habe dieses genutzt: wodefordhall.com/kosode.htm.
      Abgesehen vom Hals, wo ich nicht verstehe was das sollte, der erste Versuch ging völlig nach hinten los, ich habe dank Julia dann ein anderes Schnittmuster genommen und einfach etwas rumgeschnibbelt bis es passte.

      Eri Sugate
      Ein wirklich praktisches Kleidungsstück. Ein Leinen oder Baumwollkragen der über der Unterkleidung getragen wird um dem Kimono (wir erinnern uns Seide) vor Schweiß und Dreck am Hals zu schützen. Ein einfacher Stoffstreifen der mit einem Heftstich (oder heutzutage mit Sicherheitsnadeln oder kleinen Büroklammern ähnlichen Klemmen) befestigt wird. Conquest, Männerschweiß, Lasersonne, nicht 10 Leibhemden dabei? Check.
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      Naturfarbenes Leinen von Ikea (da liegt eigentlich immer 5-10m bei mir rum für Taschen, Beutel, Dinge abtarnen oder Leibhemden (wo ich seit Jahren nicht mehr zu komme....). Eingeschlagen, vernäht, Dampfgebügelt.

      Hakama
      Was soll ich sagen? Ebay Kleinanzeigen. Vielleicht nähe ich noch eine aus dem gestreiften Stoff. Aber die dunkelblaue Kendo Hose passt auch. Leider ist sie einen Ticken zu kurz. Aber well... Kostümkundler und so...

      Haori
      Die Oberjacken und hier muss Seide eigentlich ran, weil Wohlstand und Adel. Ich bin aber nicht sooo gut im nähen und habe deswegen Ebay-Kleinanzeigen und Ebay durchwühlt und für 20-30 je Stück einfach 3 Haori auf Verdacht gekauft. Diese sind leider etwas kurz - aber wie oben geschrieben, Länge ist variabel. Auch ist einer der Haori für Frauen (erkennbar an den offen Ärmeln und der Möglichkeit in den Torso reinzugucken). Aber hey, ich mag die Farben und Stoffe und für den Preis kriege ich kaum die Seide gekauft. Wenn ich das Konzept dauerhaft spiele, kann man mal über Seidenstoffe mit draufgemalten oder gedruckten Wappen oder Mustern nachdenken.

      Waffen und co...
      Joa... Katana. Irgendwie sind die selten geworden. Das deutsche LARP hat genau zwei Modelle für Katana und Wakizashi. Entweder sehr geile - aber sehr teure Calimacilmodelle oder sehr günstige und okay Iron Fortress Modelle.
      Mir war es wichtig, dass die Griffe schick sind und gleich, denn die Zivilwaffen werden als Set getragen. Für den Krieg ist ein Katana eigentlich nix, sondern es wird ein längeres und schwereres Schwert namens Tachi getragen, aber auch hier: 1. Muss man sich schon mit japanischen Waffen auskennen (vergleichbar mit Wissen um Oakesshot Typen bei Schwertern jenseits von "Frühmittelalterknauf" und "Langes Schwert Griff") und 2. Gibt es keine Tachi zu kaufen. Daher... nehmen wir was wir kriegen können.

      Ich habe mich für Iron Fortress entschieden, weil wir da fast den Doppelten Preis zahlen für die Calimacil Klingen, da man auch noch eine Stechscheibe seperat kaufen muss. Es gibt das in hübsch und nicht sooo hübsch. Ich hab hübsch genommen.
      Schickes Katana mit gegossenem Griff
      Gleiches Katana mit nem super hässlichen Leder, Baumwollgriff...

      Leider sind die Katana für meine Körpergröße viel zu kurz bzw. kriege ich nur ein 85cm Schwert, daher habe ich mir einfach die Zweihandvariante geholt, da ich wirklich Lust habe mich auf dem Conquest zu hauen. Japaner sind deutlich kleiner und schlanker als ich. Das habe ich auch bei allen Shops bemerkt, wenn ich nach Gürteln oder kaufbaren Kleidungsstücken gesucht habe. Daher macht ein Schwert in der Länge für jemanden der 30cm kleiner ist als ich durchaus Sinn, bei mir fehlt aber die Länge um beispielsweise ausreichend große Deckung zu haben oder die für mich - durch Langschwerter nach europäischen Vorbild angewöhnte - Reichweite zu haben.
      Daher wird es das hier für richtige Schlachten: NoDachi mit 140cm Länge.
      "Alles was ich liebte ist tot. Nur der Krieg erfreut mein Herz und dieser Mann wird mir die Waffen geben ihn zu führen - Heil dir, Tiash'Re von Hakarioth!"

      Post by Tim ().

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    • Kimono, Yukata oder Kosode

      So, ich hab jetzt zwei davon genäht - Bilder gibt es morgen mal oder vom Wochenende. Aber ich dachte ich schreib mal auf wie ich das ganze genäht habe.


      Schnittmuster
      Ich habe dieses Schnittmuster genommen, das war okay bis auf den Kragen und ich habe es etwas vereinfacht: wodefordhall.com/kosode.htm
      Japanische Stoffe kommen - wie historische europäische Stoffe in schmaleren Stoffbreiten. 40cm oder weniger sind nicht selten. Dementsprechend kann man Kleidungsstücke nur aus mehreren Stücken zusammensetzen. Japanisch wird auch selten zugeschnitten sondern einfach mit Umschlag gearbeitet. Klappt natürlich nicht bei mir, Arme und Kreuz sind zu breit für Japanische Stoffe. ^^ Zum Glück kam der schlimme Koi Stoff aber in einer halbwegs modernen 110er Breite, sprich ich war da nicht völlig aufgeschmissen.

      Ich habe mal ne Skizze gemacht.
      Im oberen Teil sieht man den Schnitt des ganzen. Vier Elemente (Ein Ärmel links, eine Front links, eine Front rechts, ein Ärmel rechts) gerade aneinadergenäht- Wie man sieht sind die auch alle gleich breit - wir erinnern uns schmale Stoffbreiten. Warum alles gleich 41cm breit? Symmetrische Bedürfnisse von Japanern. Die Summe 164cm sind auch genau Handgelenk zu Handgelenk. Dementsprechend ist das unsere Maßvorlage - japanisch würde man hier Nahtzugabe addieren und so breiten Stoff kaufen - aber wir nehmen eh aus einem breiteren Stoff.
      Ich habe zur Bequemlichkeit einen Halsausschnitt hinzugefügt, mir saß es dann angenehmer. Dieser ist die einfache Halsbreite - am besten mit Hilfe messen. Ärmelweite sind 40cm weil rechteckige Ärmel (oder beinahe rechteckige Ärmel echt gut aussehen an dem Kleidungsstück.
      Der Keil der unten angesetzt wird, ist eine halbe Stoffbahn (wir erinnern uns 41cm, also 20,5cm) breit. Auch hier einfach halten, japanisch und so. Keine Rundungen - höchstens außen an den Ärmeln oder wenn der Ärmel nur teilweise wie ein Scheinärmel sitzt, aber so Experimente mache ich erst in Zukunft.
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      Diesen wirklich simplen Schnitt habe ich dann NOCHMAL vereinfacht. Weil fuck it, ich habe 110cm Stoffbreite und die werde ich nutzen. Das ist das Bild unten. Dieses Element wird zweimal aus dem Stoff ausgeschnitten (Achtung einmal Spiegelverkehrt ausschneiden, sprich entweder Stoff Vorderseite an Vorderseite legen oder nach dem ersten Zuschnitt RUMDREHEN!)

      Habe ich intellektuell gerade eben so hinbekommen, was bei bedruckten Stoffen auch doof wäre, weil der anders aussieht auf der Rückseite.
      Das Ding ist die einfachste und billigste Schnittmusterform die ich in 20 Jahren Hobby-Mittelalter-Näh-Gedöns gesehen habe und sie brauch genau folgende Maße: Handgelenk zu Handgelenk ausgestreckt, Halsumfang und Ärmelweite. Der Rest klappt mit nem Geodreieck und Kreide.

      Das ganze wird anschließend am Rücken zusammengenäht, Seite bis zum Ärmel genäht, Ärmel umgeschlagen, Kragen zugeschnitten - ich trage 6-7cm (hab zwei Kimono/Kosode/Yukata Chimären genäht), einfach mal ausprobieren was gut aussieht, Unterkiefer sollte nicht berührt werden, aber im Nacken anliegen. Kragen annähen ist schlimm...

      Der Kragen - der Endgegner.
      Der Kragen ist ein Pisser. Immer. Der Kragen wird traditionell aus mehreren Teilen genäht, aber fuck it, europäische Stoffbreiten.
      Meiner ist so lang, wie ein Maßband was um den Nacken gelegt den Bauchnabel erreicht - super esoterisches Maß, macht ihn halt lang genug, dass er im Gürtel verschwindet, die Taille erreicht oder hochsitzende Hakama.
      Wir machen folgendes, wir suchen und die Mitte des Nackens am Rücken, und die Mitte des Kragens, dann legen wir Kragen außen auf außen auf den Oberstoff und stecken ihn von diesem Nackenmittelpunkt an beiden Seiten an die Front. Wenn das passt, es keine fiesen Falten gibt, kann man TESTWEISE einmal die andere Seite hochklappen und mit einem kleinen Umschlag ebenfalls an der Kante feststecken. Das wird nicht gut sitzen, aber im Idealfall, kommt man an beiden Seiten gleichweit runter und beide Kanten des Kragens enden auf gleicher Höhe. Wenn nicht, nachbessern. Dann nimmt man die testweise festgesteckte Seite raus und näht mit einem feinen Stich alles fest. Zickzackversäubern kann man sparen, wird eh eingeschlagen.
      Dann bügelt man den Kragen um, dass er eine scharfe Kante erhält und flächig aufliegt. Anschließend näht man auch diesen Teil fest. Hier kann man ne Handnaht nehmen und einen Blindstich machen oder man nimmt passendes Garn und macht ne Maschinennaht.
      "Alles was ich liebte ist tot. Nur der Krieg erfreut mein Herz und dieser Mann wird mir die Waffen geben ihn zu führen - Heil dir, Tiash'Re von Hakarioth!"
    • Onkel Iro! :love: :love: :love: Kachuana Liebe! <3 (Tschuldigung, kann nicht anders...)

      Nicht direkt Bastelbeitrag, aber wenn die Lust danach steht, ein Con-getestetes Rezept, dass dazu passt (vietnamesisch, nicht japanisch). Scharf kriegt man's mit Sambal Olek und oder Chili-Ringen und es schmeckt auch vegetarisch (dann sogar vegan, glaube ich) gut mit Gemüsebrühe. Aus eigener Erfahrung empfehle ich den Tofu dann nicht über offenem Feuer zu frittieren, sondern nur zu braten... :whistling:
      Schnelle Pho